NABU Märkischer Kreis

Frühe Geburt des Nachwuchses der Nilgänse

27.01.2012

Am vergangenem Montag habe ich zum ersten Mal diese Jungtiere im Volksgarten Letmathe gesichtet. Sie müssen da etwa 1-2 Tage alt gewesen sein. Die beiden Fotos stammen von heute, dem 26. Januar.

In den vergangenen Jahren wurden schon Bruten Mitte Februar im Letmather Volksgarten beobachtet. Wenn man bedenkt, dass die Brutdauer etwa 30 Tage beträgt, so ist die Brutzeit um den 20. Januar herum sehr früh.

 

Die Nilgans ist der häufigste Wasservogel Afrikas. Sie ist dort schon lange ein beliebter Parkvogel. Der im Deutschen übliche Begriff Nilgans leitet sich vom Fluss Nil in der ägyptischen Heimat dieser Art ab.

Ausgehend von Gefangenschaftsflüchtlingen breitet sich die Nilgans in den letzten Jahren zunehmend in Mitteleuropa aus. In zahlreichen mitteleuropäischen Städten existieren verwilderte Parkpopulationen. Auch als Wildvogel kann die Nilgans als eingebürgert gelten. Seit den siebziger Jahren erfolgt eine rasante Ausbreitung von Nilgänsen von einer aus den Niederlanden stammenden, wohl durch Aussetzungen und durch entfleuchte Tiere gebildeten Population.

Der Bestand in Nordrhein-Westfalen wächst kontinuierlich. Hier ist die Nilgans außerhalb der Mittelgebirge mittlerweile in fast allen Städten und Gemeinden als Brutvogel nachgewiesen worden. Schwerpunkt der Verbreitung ist der Niederrhein. Die Nilgans ist interessanterweise nicht sehr kälteempfindlich. Das erklärt auch vielleicht im Zusammenhang mit der Klimaveränderung die sehr frühe Brut. Beide Geschlechter gleichen sich, nur ist das Männchen unwesentlich größer.

Selbst strenge Winter wie 1995/96 und 1996/97 sowie im vergangenem Jahr konnten den Nilgansbestand nicht negativ beeinflussen. Aufgrund der hohen Nachwuchsrate ist zu erwarten, dass Nilgänse sich noch weiter ausbreiten und irgendwann flächendeckend in den Tieflagen unseres Landes brüten werden. Die Nilgans lebt im Märkischen Kreis mittlerweile an den verschiedensten Teichen und Gewässern. Im Letmather Volksgarten und auch am Seilersee in Iserlohn lebt sie seit einigen Jahren. Wild leben sie in unseren Breiten u.a. an der Ruhr und auch am Geisecker Stausee.



Hubert Stumm

Weniger Amseln auch in NRW

15.01.2012 - Erste Ergebnisse der

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Der Haussperling hat in NRW deutlich zugelegt und hält bisher den 1.Platz.

Der NABU hat eine erste Zwischenbilanz der „Stunde der Wintervögel“ gezogen. Nach Auswertung von bislang 28.000 Einsendungen mit mehr als einer Million Vogelbeobachtungen zeichnen sich erste Trends unter den Vogelarten ab, die im Mittelpunkt der bundesweiten Mitmachaktion vom vergangenen Wochenende stehen. „Vielerorts fehlen die typischen Wintergäste aus dem Norden, wie Bergfinken oder Erlenzeisige“, sagte Bernd Jellinghaus, Vogelexperte des NABU NRW. Die Erklärung dafür liege im bisher sehr milden Verlauf des Winters. Dieser locke insgesamt weniger Vögel an Winterfütterungsstellen in Gärten, wo vielfach gezählt wurde.

In Nordrhein-Westfalen ist die Amsel zum jetzigen Zeitpunkt vom 1. auf den 4. Platz abgefallen. Hier liegt die Vermutung nahe, dass unter anderem auch das Usutu-Virus dafür verantwortlich sein könnte, da auffällige Rückgänge vor allem in den an Rheinlandpfalz und Hessen angrenzenden Kreisen gemeldet wurden. Für NRW fehle aber nach wie vor ein definitiver Nachweis des Virus. „Die Stunde der Gartenvögel im kommenden Mai muss nun zeigen, ob auch bei dieser Art der milde Winter einen Einfluss auf die Zählung gehabt hat und deshalb weniger Tiere in den Gärten nach Nahrung suchten, als erwartet“, so Jellinghaus weiter.

Deutlich abgenommen hätten auch die Beobachtungen von Kohlmeise, Buchfink und Rotkehlchen. Ob deren Bestände unter den beiden letzten kalten und schneereichen Wintern gelitten hätten oder diese Rückgänge ebenfalls nur auf den aktuellen milden Winter und eine geringe Präsenz am Futterhäuschen zurückzuführen seien, müssten weitere Beobachtungen wie im Mai zur Stunde der Gartenvögel zeigen. Zugenommen habe in NRW dagegen der Haussperling (Platz 1), der gerade in den nordrhein-westfälischen Ballungsräumen wieder häufiger gesichtet wurde und auch Dohlen, Elstern und Rabenkrähen legten noch etwas zu. Insgesamt wurden im Bundesland Nordrhein-Westfalen bisher in 4911 Gärten von rund 7000 Vogelfreunden 175293 Vögel gezählt.

Die vollständigen Ergebnisse sind Ende Januar zu erwarten.

Blühende Krokusse und singende Meisen

06.01.2012 - Fragen und Antworten zu den aktuellen milden Wintertagen

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Blaumeise

03. Januar 2012 - Das Weihnachtsfest bringt uns in Mitteleuropa gerne mal einige milde Tage. Doch dieses Mal fing das „Weihnachtshoch“ schon Anfang Dezember an und noch immer ist von echtem Winterwetter mit Frost und Schnee nichts zu sehen. Die Tier- und Pflanzenwelt reagiert darauf mit vorzeitigen Frühlingsgefühlen. Kann das gutgehen?

Ein durchgängig milder Dezember, zweistellige Plusgrade zum Jahresanfang: Ist das schon der Klimawandel?
Dass der Klimawandel auch in Mitteluropa bereits eingesetzt hat, ist allgemein bekannt. Es gibt messbare Verschiebungen in den Vegetationsphasen, die meisten Alpengletscher schmelzen dramatisch, aus dem Süden wandern vermehrt wärmeliebende Tiere und Pflanzen ein. Ob aber auch die letzten nahezu frostfreien Wochen Teil des Klimawandels sind, lässt sich erst in der Rückschau sagen, wenn sich dieses Phänomen häuft. Einzelne milde Winter hat es immer wieder gegeben

Hilft ein milder Winter der Natur oder schadet er?
Die bei uns lebenden Arten sind auf den Wechsel der Jahreszeiten eingestellt und damit auch auf Winterkälte. Andererseits kostet die Anpassung die Tiere vor allem Energie Ist ein Winter eher mild, macht dies das Leben der meisten Arten einfacher. Kleine Singvögel zum Beispiel müssen an kalten Wintertagen ihre komplette Zeit aufwenden, um Nahrung zu suchen. Bleibt es mild, können die Vögel es entspannter angehen.

Gleichzeitig ist die Nahrung auch besser verfügbar. Es muss nicht erst Schnee weggescharrt oder der gefrorene Boden aufgepickt werden. Spezialisten wie die Mäuse fangende Schleiereule oder der in Bächen nach Fischen jagende Eisvogel kommt das milde Wetter besonders entgegen. In kalten und schneereichen Wintern können 90 Prozent oder mehr der Schleiereulen und Eisvögel sterben, weil die Mäuse sich unter der Schneedecke verstecken und die Bäche von einem Eispanzer bedeckt sind.

Die natürliche „Auslese“ eines harten Winters kann aber auch im Sinne des Menschen sein, etwa bei lästigen Insekten…
Die meisten Insekten überwintern gut geschützt, da richtet der Winter weniger Schaden an als gemeinhin gedacht. Milde, feuchte Winter können sogar zum Beispiel zu mehr Schimmelpilzbefall führen, daran gehen viele Insekten zugrunde. Am problematischsten für Insekten wären starke Temperaturschwankungen innerhalb des Winters. Ob denn nun im Frühjahr Insektenplagen zu erwarten sind, hängt auch davon ab, wie gut die natürlichen Feinde der Insekten den Winter überstehen.

Einige Tiere scheinen von den frühlingshaften Temperaturen verwirrt zu sein. Singende Vögel Anfang Januar sind doch nicht normal, oder?
In dem jetzt zu beobachtenden Maße ist das allerdings ungewöhnlich. Bei Kälte wären die Amseln, Meisen, Rotkelchen oder Kleiber so sehr mit überlebenswichtiger Futtersuche beschäftigt, dass für Balzverhalten und Gesang kein Raum bliebe. Biologisch macht die Reaktion der Vögel auf das milde Wetter Sinn. Die Vogelmännchen markieren ja mit dem Gesang ihr Revier – je früher, desto besser für die Brutsaison im Frühjahr. Bleibt es weiter mild, kann es sogar schon bald zu Verpaarungen und Bruten kommen. Zieht der Winter doch noch ein, wird sich das Verhalten aber abrupt wieder ändern.Es sollen auch vermehrt Kraniche und Störche in Deutschland geblieben sein, statt nach Süden zu fliegen. Wussten die, dass es freundlich bleibt?
Nein, auch Tiere können nicht vorhersehen, wie der Winter wird. Einige Vogelarten reagieren aber recht schnell auf klimatische Änderungen, in diesem Fall auf die im Schnitt immer milder werdenden Winter. Sie ziehen entweder später weg oder nicht mehr so weit wie früher oder versuchen ganz bei uns zu überwintern. Wird es dann doch kurzfristig kalt und schneereich, weichen die Vögel vor dem Winter aus, Richtung Süden oder auch an die milden Küstenregionen.

Umgekehrt melden viele Naturfreunde, dass sich an den Futterhäuschen im Garten momentan nur wenige Vögel sehen lassen. Wie das?
Die bundesweite Zählung bei der „Stunde der Wintervögel“ am Wochenende vom 6. bis 8. Januar wird zeigen, ob und wie sehr die Zahl der Vögel im Garten im Vergleich zum Bilderbuchwinter 2010/11 tatsächlich abgenommen hat – und welche Arten betroffen sind. Nicht zu unterschätzen ist auch das in diesem Spätsommer erstmals in Deutschland aufgetretene virusbedingte Amselsterben. Das war nach bisherigem Kenntnisstand zwar auf das Oberrheingebiet in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen beschränkt, aber Hochrechnungen gehen von mehreren Hunderttausend toten Vögeln aus. Vor allem aber ist für die Vögel der Tisch abseits der Futterhäuschen momentan noch reich gedeckt. Es liegt kein störender Schnee und auch im frostfreien Boden lässt sich gut stochern. Dazu kommt, dass Waldbäume wie Eiche und Buche in vielen Regionen in diesem Jahr besonders viele Früchte tragen, die Beerensträucher sind ebenfalls gut bestückt.

Apropos Bäume und Sträucher. Auch die Pflanzenwelt hat wohl vorzeitige Frühlingsgefühle.
Wenn es nicht friert, lockt das einige traditionelle Frühblüher hervor. Manche Haselnüsse und Erleben haben mit der Blüte begonnen und im Garten wagen sich neben den jahreszeitlich passenden Schneeglöckchen mancherorts auch Krokusse oder sogar Tulpen heraus. Auch die Blüte von Zaubernuss, Winterjasmin oder Winterschneeball in Gärten und Parks ist um diese Zeit nicht ungewöhnlich. Dazu kommen einige eher unscheinbare Wildkräuter, die ohnehin das ganze Jahr über blühen, etwa die Taubnesseln, manche Ehrenpreise und auch die Vogelmiere.

05.01.2012

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