NABU Märkischer Kreis

Vogelpflegestation 2015

21.06.2016 - Jens Peucker

Auch im Jahre 2015 haben Anke und Bob Melis von der NABU-Pflegestation in Lüdenscheid bei der Pflege und Auswilderung von Sing- u. Greifvögeln, Fledermäusen und kleinen Wildtieren wieder erfolgreich viel Zeit und Mühe investiert.

Insgesamt 62 Tiere haben die beiden betreut. Leider verstarben einige Tiere oder mussten aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen oder Erkrankungen vom Tierarzt eingeschläfert werden. In die Natur und damit in Freiheit konnten entlassen werden:

 8 Turmfalken

1 Rotmilan

1 Mäusebussard

1 Sperber

9 Zwergfledermäuse

3 Waldmäuse

5 Eichhörnchen

1 Dompfaff

1 Kernbeißer

4 Haussperlinge

1 Rotkehlchen

1 Kaninchen

1 Feldhase

 Erwähnenswert ist hier der Rotmilan, welcher von Ralf Steiner vom NABU Ennepe-Ruhr-Kreis ausgewildert wurde und sich anderen Rotmilanen im Bereich Halver angeschlossen hat.

Zum Zeitpunkt Januar 216 sind des Weiteren 4 Siebenschläfer-Babys sowie 2 Zwergfledermäuse zur Pflege in der Station.

Auffällig ist die geringe Anzahl von Greifvögeln gegenüber dem Vorjahr; Frau Melis vermutet aufgrund der milden Witterung.

 Verstorben ist leider ein Wanderfalke, der regelmäßig an der Autobahnbrücke in Lüdenscheid gebrütet hat und verunfallt war, sowie ein Uhu, der aufgrund schwerer Frakturen und einer Augenverletzung eingeschläfert werden musste.

Ein gutes Pilzjahr 2015

21.06.2016 - Gert Rosenstengel

Neben unserem monatlichen Treffen in der BITS-Iserlohn begann die erste Exkursion Anfang Mai. Leider gab es nur wenige Frühjahrspilze. Später gab es dann noch einen Schub Speisemorcheln, die fruktizierten – unsere teuersten Pilze nach den Trüffeln. Ab Juni kamen die ersten Röhrlinge und Pfifferlinge. Bereits Anfang August waren Sommersteinpilze (Boletu retucilans) da.

Kurze Zeit später dann der erste Schub Steinpilze (Boletus edulis). Im September, zu unserem traditionellen Pilzessen im SGV-Heim Letmathe mit 40 Personen, fanden wir so viele Steinpilze wie nie zuvor. Man konnte gar nicht alle zubereiten, so dass viele Pilzfreunde die geputzten Pilze mit nach Hause nahmen. Wie immer ein gelungenes Pilzessen mit vielen köstlichen Rezepten. Vielen Dank an alle, die tatkräftig mitgeholfen haben.

 Bei weiteren Pilzexkursionen wurden einige seltene Arten gefunden und bestimmt. Im Dezember bei unserem letzten Treffen im Jahr hatten wir wieder einen gemütlichen Jahresabschluss mit ein paar Köstlichkeiten.

 Alles Gute an alle Pilzfreunde im neuen Jahr!

Viele Pilze und jede Menge Vergiftungen

21.06.2016 - Gert Rosenstengel

Ein gutes Pilzjahr bedeutet auch immer viele Vergiftungsfälle. Neben zahlreichen Beratungen, bei denen der Pilzkorb begutachtet und die Giftpilze aussortiert wurden – denn viele sammeln, was sie nicht kennen – waren über ein Dutzend Vergiftungsfälle für verschiedene Kliniken zu klären. Einen besonders schweren Fall gab es in Münster. Am 17.9.2015 wurde ich durch einen Anruf um 23 Uhr 20 von der Klinik über die schwere Vergiftung eines Patienten informiert. Um 1 Uhr in der Nacht wurden mir die Pilzreste – ein fingerdicker Stiel und ein verschmutztes Basisteil – von einem Kurier gebracht. Nach der mikroskopischen Untersuchung und weiteren Bestimmungshilfen stand fest, dass es sich um den grünen Knollenblätterpilz (Amanita phaloides) handelt. Gegen 2 Uhr nachts konnte der behandelnde Arzt über die Untersuchung informiert werden. Ein paar Tage später habe ich den Arzt über den Verlauf der Vergiftung befragt. Der Patient bekam eine Lebertransplantation – ohne diese wäre er wohl verstorben. Der grüne und der weiße Knollenblätterpilz sind die giftigsten Pilze in Europa. Schon ein Exemplar kann eine Familie in tödliche Gefahr bringen. Daneben gib es ein Dutzend Arten, die ebenso tödlich giftig sind. Auch zu alte Pilze können schwere Vergiftungen herbeiführen.

 Wenn jeder nur die Pilze sammelt, welche er hundertprozentig kennt, würden nicht jedes Jahr so viele Menschen daran sterben.

Dompfaffe mögen traute Zweisamkeit

07.06.2016

Artikelbild

Dompfaff, Männchen

Das ruhige Temperament der Gimpel, wie der Dompfaff auch genannt wird, macht es möglich, dass sie während der Brutzeit unauffällig und versteckt leben. Und das trotz des eher auffälligen Gewandes mit kaminrotem Bauch, weißem Bürzel, blaugrünem Rücken und schwarzer Kopfkappe. Dieses Gewand hat ihm auch seinen Namen beschert - liegt der Vergleich mit einem ehrwürdigen Domherren doch nahe. Im Gegensatz zu seinem Namensgeber bevorzugt der Dompfaff Waldränder, lichte Mischwälder, Parks und Gartenanlagen, ist im Winter aber auch in Städten anzutreffen. "In NRW ist der Dompfaff teilweise nur noch spärlich vorhanden. Sein Bestand wird landesweit auf 21.000 – 33.000 Brutpaare geschätzt.

Hat sich ein Dompfaffpaar gefunden bleibt es meist lebenslang zusammen. Sie halten sich nie weit voneinander auf und ziehen die traute Zweisamkeit der Schwarmbildung vor. Der leise vorgetragene Gesang gilt ebenfalls nur dem Partner zu berichten. Das Nest wird gut versteckt im dichten Gebüsch oder in jungen Nadelbäumen angelegt. Es besteht aus dünnen Zweigen, Wurzeln und Moos. Innen wird es mit Gras, Federn und Haaren ausgekleidet. Das Weibchen bebrütet hauptsächlich die vier bis fünf bläulichen Eier mit den dunklen Punkten. Während dieser Zeit wird es fürsorglich von dem Männchen gefüttert. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen die Jungen. Sie werden weitere zwei Wochen von beiden Eltern gefüttert bevor sie das Nest verlassen. Eine zweite Brut schließt sich an.

Der Dompfaff ernährt sich vornehmlich pflanzlich. Sämereien, Beeren und Knospen stehen auf seinem Speiseplan. In der Brutzeit nimmt er aber auch Spinnen und Insekten zu sich. Wer den Dompfaff und andere Vögel auf der Nahrungssuche unterstützen möchte, sollte sich für einen naturnahen Garten entschließen. Wer sich statt für Exoten für heimische Bäume und Sträucher entscheidet, hat schon den Grundstein für einen artenreichen und naturnahen Garten gelegt. An einem Vogelbeerbaum zum Beispiel können über 60 verschiedene Vogelarten Nahrung finden. Ähnlich wichtig kann der Holunder im Winter für die Vögel werden, weil er neben den reinen Nährstoffen auch wichtige Spurenelemente und Vitamine beinhaltet. Die Exoten dagegen seien vielleicht während der Blüte farbenprächtiger, für die heimischen Tierarten als Nahrungsspender aber nahezu unbrauchbar. Neben dem Nahrungsangebot bieten Sträuchern und Hecken natürliche Nistplätze und Verstecke.

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