NABU Märkischer Kreis

Alte Obstsorten neu entdecken

11.04.2016 - Internationale Projekte suchen und erhalten alte Obstsorten

Auch im märkischen Kreis blühen noch in einigen Gärten uralte Apfel- Birn- oder Steinobstbäume, deren Sorten eventuell einzigartig sind. Diese aufzuspüren, zu schützen und wieder weiter zu vermehren haben sich internationale Projekte zur Aufgabe gemacht.

Das Naturschutzzentrum MK bietet am 22. April in Balve ein Seminar an, das einen ausführlichen Überblick über solche Projekte in Deutschland, Belgien und den Niederlanden gibt. Allein das Bestimmen dieser  Schätze erfordert viel wissenschaftliches Know-How  und akribische Feinarbeit.

Mehr zu dem Thema lesen Sie unter:

http://www.naturschutzzentrum-mk.de/download/Sortenseminar.pdf

 

Der Wert unserer Vögel

09.04.2016 - Was kostet ein getöteter Rotmilan und wer ersetzt den Wert?

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Rotmilan

von Heinz Kowalski, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Ornithologie und Vogelschutz

Welchen Wert Honigbienen für Deutschland haben, wissen wir. Der Deutsche Imkerbund beziffert den volkswirtschaftlichen Wert der Bestäubung auf zwei Milliarden Euro im Jahr. Was Vögel wert sind, erfahren wir zumeist erst durch Verurteilungen oder Handelspreise. So musste ein Jäger, der im US-Bundesstaat South Dakota einen streng geschützten Schreikranich geschossen hatte, kürzlich umgerechnet 65.000 Euro als Wiedergutmachungszahlung leisten.

Wir wissen vor allem, was mit Eingriffen in die Natur verdient wird, was zum Beispiel eine Biogasanlage an Rendite bringt, oder eine 200-jährige Eiche oder Buche beim Holzverkauf, oder ein Windrad beziehungsweise die Pacht für dessen Standort. Was wir nicht berechnen, ist der Verlust an Feuchtwiesen – und damit der Lebensraum von Kiebitzen oder Bekassinen –, die für den Maisanbau für die Biogasanlage umgenutzt wurden, der Brutplatzverlust des Mittelspechts in der gefällten Eiche, der geschredderte Rotmilan oder Schwarzstorch unter dem Windrad.

Verluste beziffern
Was ist ein Vogel wert und wie viel Wert geht verloren, wenn Lebensräume ohne Ersatz verloren gehen oder Vögel direkt getötet werden? In den 1980-Jahren hatte Prof. Frederic Vester mit seinem Fensterbilderbuch „Der Wert eines Vogels“ versucht, dies auszurechnen. Ein Weißsterniges Blaukehlchen ergab eine Gesamtrechnung von 301,38 Mark pro Jahr, bezogen auf die Lebensdauer eines Blaukehlchen insgesamt 1.357,13 Mark. Heute wären das rund 154 beziehungsweise 694 Euro. 

Wenn wir für einen Rotmilan, dessen Weltbestand zu über 50 Prozent bei uns in Deutschland beheimatet ist, wenigstens einen Wert von jährlich tausend Euro ansetzen, dann sind das bei 23.000 Exemplaren 23 Millionen Euro. Nach Schätzungen aus Brandenburg werden jetzt schon jährlich über drei Prozent des Bestandes – also mindestens 690 Rotmilane – durch Windkraftanlagen getötet, womit ein Wert von mindestens 690.000 Euro verloren geht und die Verursacher sogar konkret benannt werden könnten.

Ohne Preis keine Wertschätzung
Das Primat der Ökonomie hat inzwischen fast alle Lebensbereiche durchdrungen. Was keinen Preis hat, ist offenbar in den Augen vieler Menschen nichts wert. Auf der anderen Seite werden uns Naturschützern ständig Arbeitsplätze, Umsätze, Wertschöpfungsketten und Steuereinnahmen mit konkreten Euro-Beträgen vorgehalten. Es wird deshalb Zeit, dass auch wir deutlich machen, was für einen Wert die Natur und jedes einzelne Exemplar hat und welche Werte durch Eingriffe vernichtet werden. Wer dann die Rechnung bekommen muss, ist der nächste Schritt.

Ich weiß, dass nicht alle Naturschützer die Inwertsetzung unserer Natur und speziell der Vögel möchten. Für sie ist der ideelle Wert bedeutsamer. Dennoch: Ich meine, wir müssen umdenken und den uns anvertrauten Vögeln ein Preisschild geben, um ihren Wert deutlicher zu machen und den Ersatzanspruch geltend machen zu können. Auf die Diskussion freue ich mich.

 

Im Frühjahr Hummel-Königinnen beim Start in die Saison helfen

27.03.2016

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Erdhummelkönigin

Während bei den Honigbienen immer auch einige Arbeiterinnen den Winter überleben, sterben bei den Hummeln außer der bereits begatteten Jungkönigin alle Tiere im Herbst ab. Im zeitigen Frühjahr suchen die Königinnen einen Nistplatz, um dort ein neues Volk zu gründen.

Anders als bei der Honigbiene, wo immer auch einige Arbeiterinnen den Winter überleben, sterben bei den Hummeln außer der bereits begatteten Jungkönigin alle anderen Tiere im Herbst ab. Im zeitigen Frühjahr gehen die Königinnen auf die Suche nach einem Nistplatz, an dem sie ein neues Hummelvolk gründen können. Dazu werden Totholzhaufen, Steinspalten und Mäuselöcher gründlich inspiziert, manchmal auch Vogelnester oder gar Hausisolierungen.

Dabei zehren die Jungköniginnen zunächst noch von Nahrungsvorräten aus dem Vorjahr, den sie in ihrem Honigmagen eingelagert haben. Bald aber sind die Vorräte aufgebraucht und dann ist es wichtig, dass rechtzeitig und in ausreichendem Maß nektarspendende Blüten zur Verfügung stehen. Zur Entwicklung der Eierstöcke fressen die Königinnen außerdem auch Blütenpollen.

Einige Hummelarten können selbst in alpinen und arktischen Regionen überleben, weil ihr massiger Körper eine relativ geringe Oberfläche aufweist. Durch ihre Flugmuskulatur, besitzen sie eine ausgeklügelte Heizung und auch die dichte Behaarung hilft ihnen, Energie zu sparen. Dennoch machen Schlechtwetterphasen unseren heimischen Hummeln stark zu schaffen - auch weil dann viele Pflanzen ihren Blüten nicht öffnen und Nahrungsmangel herrscht.
Findet man eine entkräftete Hummelkönigin im Garten oder auf der Terrasse, lässt sich dem Tierchen recht einfach helfen. Man kann Ihre Majestät mit bloßen Händen oder einem Stück Papier vorsichtig aufheben. Dann sollte man einen halben Teelöffel Zucker in etwas lauwarmem Wasser auflösen und dem Tier per Löffel anbieten. Innerhalb einiger Minuten kann sich die Hummel mit ihrem langen Saugrüssel mit bis zu einem Drittel Teelöffel Energie betanken. Wer jetzt im zeitigen Frühjahr einer Hummelkönigin hilft, rettet nicht nur ein einziges Tier, sondern gleich einen ganzen, noch im Entstehen begriffenen Hummelstaat.

Ist ein neues Quartier gefunden, baut die Königin ihre erste Wabe, legt einige erste Eier und versorgt die daraus schlüpfenden Larven mit Pollen, den sie an Blüten sammelt. Für sich selbst braucht sie Nektar, den sie als Schlechtwettervorrat zu Honig umwandelt und in Wachstöpfchen lagert. Gerne nehmen Hummeln menschengemachte Nistkästen an. Solche Unterkünfte lassen sich problemlos selbst basteln, auch der Fachhandel bieten Nistkästen an. Die Ansprüche der Hummelarten sind so unterschiedlich, dass es sinnvoll ist, unterschiedliche Nisthilfen herzurichten. Der Erdhummelkasten wird eingegraben und mittels einer Röhre mit der Oberfläche verbunden.



Weiden - Frühblüher mit erstaunlichen Eigenschaften

27.03.2016

Noch liegt ein Hauch von Winter über der Landschaft, aber die Weidenkätzchen künden bereits seit Wochen davon, dass der Frühling nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Bereits im März blühen Weiden in ihrer vollen Pracht. Bekannt ist die Bedeutung der Weiden als Nektarspender für die ersten hungrigen Bienen und Hummeln “Aber nicht nur die Kätzchen sind für Insekten interessant”, so Hubert Stumm vom NABU MK, "auch die Blätter werden zahlreich besucht. An einer Salweide können bis zu 215 Arten leben", berichtet der NABU-Naturschutzberater.

Dabei ist Weide nicht gleich Weide: "Mit dreißig verschiedenen Arten besiedeln die Weiden die verschiedensten Lebensräume Mitteleuropas", erklärt Hubert Stumm. Dabei reicht die Palette von der mächtigen, breitkronigen Silberweide der Auen, bis hin zur kriechenden, nur wenige Zentimeter hoch wachsenden Netzweide, die in Gebirgen bis zu 2.500 Meter Höhe lebt. Die gesamte Salixfamilie kommt weltweit sogar auf über fünfhundert verschiedene Arten.

Weiden haben ihren Namen vom althochdeutschen "wida", was soviel wie winden, drehen oder biegen hieß. Und richtig, kaum eine andere Baumart hat so elastische Zweige und Äste wie die Weide. Besonders einige Zuchtformen, wie die "Trauerweiden" belegen dies eindrucksvoll. Aber auch die Silberweide, die zehn bis zwanzig Meter hoch und zweihundert Jahre alt werden kann, hat sehr biegsame Äste. Die hat der Mensch sich bereits früh zunutze gemacht und zur Herstellung von Korbwaren, aber auch als Stiele für Werkzeug, als Reisigpakete für den Ofen oder als Material für den Viehzaun verwendet. Die länglichen Blätter, die unterseits silbrig behaart sind, wurden an das Vieh verfüttert. So entstanden vielfach aus stattlichen Silberweiden urige "Kopfweiden". Die Menschen schätzten den schnellwachsenden Rohstofflieferanten und das Erscheinungsbild mancher Auenlandschaft wurde bald sehr stark von Kopfweiden geprägt.

Weiden haben die Besonderheit, dass sie kein festes Kernholz ausbilden. So werden sie mit zunehmendem Alter von innen ausgehöhlt. Eine ausladende Krone bewirkt dann leicht, dass der Baum beim ersten kräftigen Wind zerbricht. Da die Nährstoffversorgung des Baums aber über Wurzelwerk und den Außenbereich des Stamms abläuft, stellt auch eine bisweilen völlig hohl erscheinende Weide ein vitales und charaktervolles Lebewesen dar.

Eine besondere Bedeutung für den Menschen hat die Salweide: Deren Rinde enthält Salycil, eine fiebersenkende Substanz, die als Grundstoff für Aspirin in der Pharmaindustrie für Furore sorgte. "Auch wenn die Herstellung entsprechender Produkte heute über synthetische Verfahren erfolgt, ist dies ein Hinweis darauf, dass in der Schatzkammer der Natur so manche Wohltat für die Menschheit liegen könnte", berichtet Hubert Stumm vom NABU MK.

 

 

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